Sinfonie-Orchester

- Sinfonie-Orchester der Kreuzkirche Bonn
Eine Besonderheit des kirchenmusikalischen Lebens an der Kreuzkirche ist das Sinfonie-Orchester der Kreuzkirche. Schon bald nach der Wiederaufnahme des musikalischen Lebens nach dem zweiten Weltkrieg gründete KMD Hans Geffert gemeinsam mit dem Bonner Geiger Heinrich Schiffer ein Streichorchester, das die Kantorei bei Kantaten und Oratorienaufführungen begleitete.
1993 gründete Karin Freist-Wissing, die seit September 1990 Kantorin der Kreuzkirche ist, das heutige Sinfonie-Orchester, zunächst als Projektorchester mit ausgesuchten Laien- und Profimusikern. Schon bald entstand der Wunsch, regelmäßig zu proben, so dass seit 1994 eine kontinuierliche Arbeit möglich ist. Neben der Begleitung von Kantorei oder Kammerchor bei Oratorien und Kantaten nimmt die reine Orchesterliteratur einen wichtigen Platz in der Konzerttätigkeit des Orchesters ein.
Besondere inhaltliche Konzepte, die die sinfonische Orchestermusik mit christlichen Werten und Idealen in Beziehung setzen, liegen vielen Konzerten zugrunde. Sie lassen bekannte Werke, wie z.B. die "Pastorale" von Beethoven, die 4. Sinfonie von Brahms, oder die "Unvollendete" von Schubert in neuem Licht erscheinen. Es ist in Bonn eine Besonderheit, dass Orchesterwerke in einem Kirchenraum aufgeführt werden. Die Grenzen zwischen weltlich und geistlich werden dadurch fließend, es kommt Einiges in Bewegung, Gewohntes muss neu überdacht und Ungewohntes offen aufgenommen werden. Das Sinfonie-Orchester der Kreuzkirche möchte den Kirchenraum zu einem Ort der musikalischen Grenzgänge und der Begegnung machen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Sinfonie-Orchesters sind die Kammermusik und das Solokonzert. In unterschiedlichen Formationen, die vom großbesetzten Bläserensemble bis hin zu kleiner barocker Kantaten- oder Triosonatenbesetzung reichen, treten die MusikerInnen des Kreuzkirchenorchesters in Konzerten und musikalischen Gottesdiensten auf. So ist jedes Orchestermitglied auch als Solist und Kammermusiker gefordert und gefördert.
Die spezielle Arbeit mit dem Bläserensemble wird von Thomas Ludes geleitet, der Solo-Fagottist im Bonner Beethovenorchester ist, und an der Essener Musikhochschule eine Bläserkammermusik-Klasse leitet.
Pressestimmen:
Kritik des Generalanzeigers über die Aufführung der Pastorale von Beethoven in der Kreuzkirche am 20. 10. 2000:
„Eine Sinfonie von Beethoven in der Kirche, das mag auf den ersten Blick fremd anmuten. Aber es erhält seinen Sinn bei der Idee, die Erde im System der Planeten in ihrer reinen, genuinen Gestalt darzustellen... Die Aufführung vermittelte den Eindruck des Eindringens ins Besondere: Die Dirigentin inspirierte das Orchester zu einer großen Leistung, schon im rein technischen ließ das Spiel kaum Wünsche offen, hervorzuheben ist der hinreißend schöne Holzbläserchor... Da entstanden schöne große Klangflächen, weit ausladende Gesänge – eine Erhebung der Sinfonie ins Sakrale. Großer Atem – großer Jubel.“
Generalanzeiger über die Aufführung der „Unvollendeten“ von Schubert am 24. 11. 2001 in der Kreuzkirche:
„...so vorzüglich hat man diese Sinfonie in Bonn lange nicht gehört.“
Kritik des Generalanzeigers über das Barockkonzert des Kreuzkirchenorchesters am23. 2. 2003 in der Kreuzkirche:
„Mit seraphischer Leichtigkeit, klar und duftig gestaltete Karin Freist-Wissing mit dem Orchester der Kreuzkirche, das in seiner Schwerelosigkeit und Transparenz hier kaum seinesgleichen findet, das Programm eines Orchesterkonzertes.“
